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Der Kuh-Kult
Lange Zeit hatte der Mensch als Nomade
seinen Standort ständig gewechselt, und auch später, als er anfing Haustiere
zu halten, beschränkte er sich auf solche, die seine Beweglichkeit nicht zu
sehr beeinträchtigten, ziemlich anspruchslos waren, also kein Dach über dem
Kopf brauchten und wenig Wasser tranken. Natürlich brachten aber diese Tiere
weder viel Fleisch noch viel Milch. Das war die Ziege.
Vor ungefähr 4-5000 Jahren gab es dann
eine wirtschaftliche Revolution. Der Mensch machte sich das Rind zum
Haustier. Es war wesentlich anspruchsvoller, brauchte einen Stall, immer
grünes Gras und frisches Wasser.
Aber die Kombination von einer großen
Menge Fleisch und Milch, und der Ackerbau machte es ihm möglich, sesshaft zu
werden. Die Bedeutung des Rindes als Haustier war so groß, dass man es wie
eine Gottheit verehrte.
Und diese Erscheinung können wir auch
teilweise noch heute in verschiedenen Kulturen erkennen. Angefangen bei den
alten Ägyptern, die zu einem schwarzen Stier beteten, das jüdische Volk, das
in der Wüste, während Moses auf dem Berg Sinai die zehn Gebote Gottes
empfing, Baal, das goldene Kalb anbetete, über Indien, wo das Rind bis zum
heutigen Tag nicht getötet werden darf, bis nach Spanien, wo wir die letzten
Überreste dieser Kultur im Stierkampf finden.
Besonders der Stierkampf ist interessant.
Das Model lässt sich leicht rekonstruieren. In einer Siedlung lebten vielleicht
10-20 Familien, die eine Herde von 50 weiblichen Tieren und dazu 2-3 Stiere
hielten. Jedes Jahr gab es ungefähr 10 neugeborene Kälber, von denen, nach
dem Gleichgewichtsgesetz der Natur (das wissen wir seit Darwin), nur 3-4
Tiere männlich waren. Aber eine größere Anzahl an männlichen Jungtieren hätte
die Harmonie der Herde durch die ständigen Kämpfe um Domination gestört. Man
musste diesen aggressiven Faktor ausschalten und einen Teil der männlichen
Tiere schlachten, und machte daraus ein mit einem Kult verbundenes Fest. Wenn
ein Jüngling in die Gemeinschaft der Männer aufgenommen werden wollte, musste
er beweisen, dass er dazu bereit war. Er musste, wahrscheinlich mit seinen
13-14 Jahren einen einjährigen Stier mit einem Messer oder einer Lanze
bewaffnet, töten. Später entwickelte sich daraus der ehrenhafte, im
kaiserlichen Rom sehr beliebte, heute vor allem von Tierschützern und
Humanisten scharf kritisierte Beruf des Toreros.
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Samstag, 31. Mai 2014
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